Über das Gemeinwohl hinaus ist Wasser ein echter Innovationsmotor
Wasser ist nicht nur ein Gemeingut, sondern auch eine Herausforderung für die Zukunft und ein enormer Innovationsmotor. Mit dieser Überzeugung eröffnete Fabien Sauthier, Präsident der Gemeinde Val de Bagnes, die 6.Ausgabe der BlueArk-Konferenz. Die Veranstaltung, die am 12. November stattfand, brachte Experten, Forscher, Unternehmer und Entscheidungsträger aus dem öffentlichen Bereich zum Thema intelligentes Wassermanagement zusammen.
Val de Bagnes zeichnet sich durch seine Weite aus: Als flächenmässig fünftgrösste Gemeinde der Schweiz bildet sie ein miteinander verbundenes Netzwerk aus 25 Dörfern und Weilern, wie Fabien Sauthier betonte. „Ein Raum der Kontraste zwischen Gletschern, Alpweidenen, Dörfern und Bergstationen, in dem Wasser allgegenwärtig und für das tägliche Leben unverzichtbar ist.“
Diese Vielfalt macht das Val de Bagnes zu einem idealen Testgebiet für Innovationen im Bereich der Wasserwirtschaft. Von den manchmal launischen Wildbächen über die Grundwasservorkommen bis hin zu den Versorgungsnetzen nimmt Wasser einen zentralen Platz in der Wirtschaft und Identität des Tals ein.
Herausforderungen durch die Saisonabhängigkeit
Die Gemeinde ist mit dramatischen demografischen Schwankungen konfrontiert. «Wir haben etwa 11’000 Einwohner im Jahr, aber diese Zahl kann im Winter mit dem Zustrom von Touristen, vor allem in Verbier, auf fast 50’000 ansteigen», erklärte Fabien Sauthier. Diese starke Saisonabhängigkeit übt einen erheblichen Druck auf die Trinkwasser- und Abwassernetze aus.
Der Bergtourismus führt zu Verbrauchsspitzen und sehr hohen Abwassermengen, was eine permanente Überwachung der Wasserqualität erforderlich macht. Hinzu kommen die Herausforderungen im Zusammenhang mit der lokalen Landwirtschaft und den für die Alpenregion typischen Klimaschwankungen: Niederschläge, Schneeschmelze, Sommertrockenheit.
BlueArk, ein Innovationszentrum für die gesamte Region
„In diesem Zusammenhang kommt BlueArk voll zur Geltung: Val de Bagnes bildet mit BlueArk heute ein echtes Freiluftlabor“, betonte der Präsident. In Zusammenarbeit mit der gesamten Region Entremont nutzt die Gemeinde ihre anspruchsvollen Bedingungen, um robuste Lösungen zu testen und zu perfektionieren.
Der Einsatz von Sensoren, intelligentes Monitoring und die Zusammenarbeit zwischen KMU, Start-ups, Ingenieurbüros, öffentlichen Einrichtungen und akademischen Kreisen ermöglichen es BlueArk, als Innovationszentrum zu agieren. „Die hier entwickelten Tools dienen natürlich der Verbesserung der lokalen Verwaltung unserer Netze, können aber auch in andere Regionen exportiert werden, die mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert sind.“
Aufgezeichnet am 12. November 2025 während der BlueArk-Konferenz
