Generatives Design – eine nützliche Hilfe bei der Planung von Wassermanagement-Infrastrukturen!

Un ingénieur traite des données devant une installation d'eau potable. Image générée par l'IA

Auf der Messe Aqua Pro in Bulle Anfang Februar stellten Charlotte Eyssautier und Soline Jeanthon, Ingenieurinnen bei WSP, einen innovativen Ansatz im Bereich Wassermanagement vor. In ihrem Vortrag zeigten sie, wie generatives Design, eine spezielle Anwendung der künstlichen Intelligenz, die Planung von Infrastrukturen im Bereich Trinkwasser und Abwasserentsorgung erleichtern und optimieren kann. Diese Technologie könnte die Machbarkeitsstudie dieser komplexen Projekte revolutionieren, wobei der Ingenieur weiterhin im Mittelpunkt des Entscheidungsprozesses steht. 

Im Gegensatz zur klassischen künstlichen Intelligenz, die zur Steuerung und Optimierung von Betriebsprozessen eingesetzt wird, greift das generative Design direkt in die Konstruktionsphase ein. „KI ist ein Werkzeug. Der Benutzer liefert die Daten, definiert die Regeln und Einschränkungen. Die KI-Algorithmen werden dann verwendet, um eine Vielzahl von Möglichkeiten zu generieren”, erklären die beiden Ingenieurinnen. 

Dieser Ansatz ermöglicht es, Ergebnisse zu generieren, die einem strengen und kontrollierten Rahmen entsprechen und somit optimierte Entwürfe liefern. Aber Vorsicht: Die Qualität der Ergebnisse hängt direkt von der Qualität der bereitgestellten Daten ab. „Wenn die verwendeten Daten unvollständig oder von schlechter Qualität sind, liefert die KI falsche Ergebnisse, auch wenn diese plausibel erscheinen“, warnen Charlotte Eyssautier und Soline Jeanthon. Dieses in der KI als „Halluzination“ bezeichnete Phänomen unterstreicht die entscheidende Bedeutung der Datenqualität. 

Eine spezielle Plattform für generatives Design

WSP arbeitet daher mit Transcend zusammen, einer generativen Designplattform für kritische Infrastrukturen wie Pumpstationen oder elektrische Anlagen. Das Tool verspricht eine erhebliche Reduzierung des Zeitaufwands für Machbarkeitsstudien, insbesondere für die Phase 2 SIA (Vorstudien). 

Der Prozess läuft wie folgt ab: Der Ingenieur gibt die Projektdaten ein (Abwasserqualität, zu behandelndes Wasser, Grundstücksbeschränkungen usw.), dann generiert die Software Lösungen und schätzt für jede davon die Ausrüstungslisten, die Daten für den Tiefbau und damit die Investitionskosten. „Mit diesem Tool lässt sich die Auswahlmatrix der Machbarkeitsstudie zu mehr als 70 % ausfüllen, was diese Phase erheblich erleichtert“, erklären die beiden Ingenieurinnen. 

Umfassende technische Dokumentation mit wenigen Klicks

Einer der grössten Vorteile des generativen Designs liegt in der Vielfalt und Qualität der damit erstellten Dokumentation. Die Software bietet Darstellungen und Dokumente in nutzbaren Formaten (Excel, Word, AutoCAD), darunter vorgefertigte technische Berichte, PID-Diagramme, Ausrüstungslisten mit Schätzungen der Energiekosten, Mengenangaben für den Tiefbau und sogar eine CO2-Bilanz des Bauvorhabens. 

Durch diese Automatisierung sich wiederholender Prozesse können Ingenieure ihren Denkhorizont erweitern und ihren Kunden eine grössere Auswahl anbieten, während sie gleichzeitig wertvolle Zeit sparen. 

Der Ingenieur bleibt unverzichtbar

Trotz dieser unbestreitbaren Vorteile betonen Charlotte Eyssautier und Soline Jeanthon die Grenzen des Tools. „Auch wenn das Tool sehr praktisch ist, bleibt es doch durch seinen Rahmen sehr begrenzt. Es kann nicht bestimmen, was für ein bestimmtes Projekt optimal ist”, betonen sie.  

Generatives Design funktioniert gut für Standard- und klassische Fälle, hat jedoch Schwierigkeiten mit besonderen Situationen, die jedoch am häufigsten vorkommen. „Der Ingenieur bleibt also weiterhin notwendig“, schlussfolgern die beiden Expertinnen. Die Technologie positioniert sich somit als leistungsstarker Assistent, der bestimmte Phasen des Projekts beschleunigen kann, aber keinesfalls das menschliche Fachwissen und die Fähigkeit zur Anpassung an die einzigartigen Herausforderungen jeder Anlage ersetzt. 

 

Quelle

Interview geführt am 6. Februar 2026 bei Aqua Pro 

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