Die Kläranlage von Châteauneuf wird von einem interkommunalen Verein verwaltet
Die Gemeinden Sion, Savièse, Grimisuat und Arbaz gründen den Verein für die Kläranlage von Châteauneuf (ASTEC). Diese neue Struktur wird eine effiziente und nachhaltige Abwasserbewirtschaftung im Einzugsgebiet gewährleisten. Zu ihren Aufgaben gehört insbesondere die Steuerung der Modernisierung der Anlagen.
Die Kläranlage von Châteauneuf spielt heute eine zentrale Rolle bei der Abwasserbehandlung des Einzugsgebiets. Sie wurde für eine deutlich geringere Belastung ausgelegt, behandelt heute jedoch die Abwässer von rund 37 000 Einwohnern und 7’100 Touristenbetten, zu denen noch die Abwässer aus Handwerk, Weinbau und Wirtschaft hinzukommen. Nach aktuellen Prognosen wird die Belastung bis 2060 einen Jahresdurchschnitt von mehr als 66’000 Einwohnerwerten (EW) erreichen, mit Spitzenwerten von über 83’000 EW während der Weinlese. Diese Entwicklung macht eine vollständige Modernisierung der Anlagen unerlässlich, um den gesetzlichen Vorgaben des Bundes und des Kantons gerecht zu werden.
Im Bewusstsein der regionalen Dimension dieser Herausforderungen haben die Gemeinden Sion, Savièse, Grimisuat und Arbaz beschlossen, die « Association de la station d’épuration des eaux de Châteauneuf (ASTEC)» zu gründen. Die Gründungsversammlung am 16. Dezember markiert den Beginn einer gemeinsamen, auf Effizienz und Nachhaltigkeit ausgerichteten Verwaltung. Insbesondere geht es darum, die Modernisierung der Kläranlage zu steuern, um ihren langfristigen Betrieb sicherzustellen. «Diese Investition ist für die Erhaltung der Wasserqualität unerlässlich. Indem wir unsere Kräfte bündeln, unterstützen wir die regionale Entwicklung und gewährleisten das Wohlergehen der Bevölkerung für die kommenden Jahrzehnte», betonen die Präsidenten der vier Gemeinden.
Eine schrittweise Modernisierung
Das technische Projekt sieht einen mehrstufigen Umbau der Wasseraufbereitungsanlagen vor, die nach mehr als fünfzig Jahren Betrieb veraltet sind. Geplant sind insbesondere die Schaffung neuer Vorbehandlungsanlagen, die Einrichtung einer neuen Vorklärung, die Realisierung einer neuen biologischen Behandlung, die auf die zukünftigen Belastungen ausgelegt ist, und die Integration eines Moduls zur Behandlung von Mikroverunreinigungen, das den aktuellen Anforderungen entspricht. Die neueren Anlagen, wie die Schlammbehandlungsanlage oder die Pumpstation an der Rhône, werden hingegen beibehalten und angepasst. Das Projekt ist auch Teil einer Maßnahme zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Hochwasserrisiken im Zusammenhang mit der Rhône.
Die Statuten der ASTEC wurden von den kommunalen Gesetzgebungsorganen genehmigt. Der Vorstand des Vereins wird die Studien durchführen, das Arbeitsprogramm festlegen und sich um die Beschaffung von Bundes- und Kantonssubventionen kümmern. Die Stadt Sion wird die technische und kaufmännische Verwaltung der Kläranlage übernehmen. Jede Mitgliedsgemeinde hat ein Mitspracherecht und Entscheidungsrecht.
Quelle: Pressemitteilung
