Mountis, die Plattform, die das Wasser im Val de Bagnes sichtbar macht

Angesichts des Klimawandels wird es der Schweiz in Zukunft zwar nicht an Wasser mangeln, doch sie wird sich auf radikal andere Situationen einstellen müssen: Sommerdürren, sintflutartige Regenfälle, beschleunigte Schneeschmelze. Um allen betroffenen Akteuren zu helfen, vorausschauend zu handeln und angemessen zu reagieren, entwickelt das europäische Projekt MountResilience ein neuartiges Tool namens Mountis. Diese digitale Anwendung wird am 9. November in Sion vorgestellt und anschliessend an der BlueArk-Konferenz am 11. November in Le Châble präsentiert.

MountResilience vereint 47 Partner aus ganz Europa, die sich alle für die Herausforderungen der Klimaanpassung in Bergregionen engagieren. Im Wallis nimmt dieses Projekt im Val de Bagnes konkrete Gestalt an, wo Mountis als Schweizer Demonstrationsprojekt dient. Das Ziel ist klar: Entscheidungen im Falle einer Wasserkrise, aber auch bei zukünftigen Raumentwicklungsmassnahmen zu erleichtern, indem jedem ein direkter und unmittelbarer Einblick in die Situation vor Ort gewährt wird.

Konkret wird die Plattform die Live-Visualisierung der wichtigsten wasserbezogenen Indikatoren ermöglichen: Stand der Vorräte, Bewässerungskapazität, Sauerstoffgehalt für die Wasserfauna und viele weitere wesentliche Daten. Ein einfacher Klick gewährt anschliessend Zugang zu einem Katalog konkreter Lösungen, der auf realen Anwendungsbeispielen basiert, die bereits anderswo umgesetzt wurden. Die Akteure vor Ort können die Plattform im Sinne einer partizipativen Herangehensweise selbst mit ihren Beobachtungen bereichern.

 

Ein Instrument für den Dialog ohne Hierarchien zwischen den Nutzern

Das Ziel von Mountis geht über die blosse Bereitstellung von Daten hinaus. Es geht in erster Linie darum, einen Raum für den Dialog zwischen allen Akteuren zu schaffen, die vom Wassermanagement betroffen sind: Fachleute der Branche, Landwirte, Industrielle, Akteure aus dem Tourismus, politische Entscheidungsträger und Bürger. Jeder erhält Zugang zu denselben Realitäten vor Ort und denselben bestehenden Lösungen – ohne Zwischeninstanzen und ohne Unterscheidung aufgrund des technischen Wissens oder der jeweiligen Ausrichtung.
Dieser Ansatz beruht auf der Überzeugung, dass ein fundierter und pragmatischer Austausch der Schlüssel ist, um sich gemeinsam an den Klimawandel anzupassen, der die Bergregionen bereits betrifft.

Vielfältige Kompetenzen vereint in einem einzigen Tool

Hinter der bewusst einfach gehaltenen Benutzeroberfläche von Mountis verbirgt sich ein Zusammenspiel hochspezialisierter Kompetenzen, die auf mehrere Partner verteilt sind.
Die Messung der Wassermenge und -qualität in Echtzeit, auch in schwer zugänglichen Gebieten, wird von BlueArk und dem RIVER Lab der EPFL gewährleistet. Diese Rohdaten werden anschliessend dank der Kompetenzen im Bereich Interaktionsdesign des EPFL+ECAL Lab in eine ansprechende und zugängliche Benutzeroberfläche umgewandelt. Die Stiftung für nachhaltige Entwicklung der Bergregionen (FDDM) unterstützt den Dialog zwischen den Akteuren und hilft dabei, auf der Grundlage dieser Daten Lösungen zu finden. Schliesslich übernimmt Apptitude, ein im EPFL Innovation Park ansässiges Unternehmen, die technische Integration der Benutzeroberfläche und der komplexen Datenfliesse.
Der Kanton Wallis ergänzt dieses Konzept als Partner und stellt die Verbindung zwischen den verschiedenen öffentlichen Stellen sicher, die mit der Wasserbewirtschaftung befasst sind. Die Arbeit an dieser Plattform hat übrigens bereits zu zwei ersten wissenschaftlichen Beiträgen geführt, die in Österreich vorgestellt wurden.

Ein Start, der auf Nachahmung ausgelegt ist

Die Mountis-Plattform wurde von Anfang an so konzipiert, dass sie an andere Gebiete angepasst werden kann, und könnte langfristig in anderen Bergregionen, sowohl in der Schweiz als auch anderswo in Europa, repliziert werden. Ihre erste betriebsbereite Version wird an einer Medienkonferenz am 9. November um 14.00 Uhr in der Aula des Campus Energypolis in Sion vorgestellt.
Zwei Tage später, am 11. November, werden MountResilience und ein Teil seiner europäischen Partner an der BlueArk-Konferenz vorgestellt, die ab 9 Uhr im Espace Saint-Marc in Le Châble stattfindet. Eine Session ist speziell diesem Projekt gewidmet und ermöglicht es dem Publikum, die Herausforderungen und die auf europäischer Ebene entwickelten Lösungen zur Bewältigung der klimatischen Herausforderungen in den Bergen besser zu verstehen.

 

Quelle: MountResilience

 

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