Alpiq-Preis 2026: Törbel und Zermatt für ihre Wasserwirtschaftsprojekte ausgezeichnet

Die Oberwalliser Gemeinde Törbel gewinnt den #prixalpiq 2026 dank eines Projekts zur Digitalisierung der Bewirtschaftung ihrer Suonen, das gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt wurde. Der «Coup de Cœur» der Jury geht an die Gemeinde Zermatt, die das aus den Tunnelwänden austretende Trinkwasser auffangen will. Alpiq und der Verband der Konzessionsgemeinden des Wallis (ACC) haben die Preisträger am 28. Oktober in der Aula Energypolis in Sitten bekannt gegeben.

Wie lässt sich eine immer wertvollere Ressource besser verwalten, ohne mehr davon zu verbrauchen? Diese Frage war massgebend für die Entscheidung der Jury. Für diese neue Ausgabe des #prixalpiq, bei dem BlueArk als Partner auftritt, wurden 17 Projekte von Walliser Gemeinden eingereicht. Diese Projekte betrafen Trinkwasser, Bewässerung, die Revitalisierung von Fliessgewässern, Sensibilisierungsmassnahmen sowie die Aufwertung des Kulturerbes.

Die Bewerbungen wurden hinsichtlich der nachhaltigen Bewirtschaftung der Ressource, der Machbarkeit, der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sowie der Innovationskraft bewertet. «Das Jahr 2026 hat uns schmerzlich vor Augen geführt, wie wichtig eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung ist», betonte Michaël Plaschy, Jurypräsident und Leiter der Wasserkraftproduktion bei Alpiq. «Die Herausforderungen sind zwar komplex, erfordern aber konkrete Lösungen, die von den Gemeinden in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren vorangetrieben werden.» Für David Melly, Präsident der ACC, «veranschaulichen diese Projekte perfekt die Fähigkeit der Walliser Gemeinden, Lösungen zu entwickeln, die auf ihre jeweiligen Gegebenheiten zugeschnitten sind».

In Törbel: vernetzte Suonen

Das Bewässerungsnetz von Törbel ist über Generationen hinweg entstanden. Es umfasst unter anderem mehr als 600 Sprinkler. Mit dem Projekt «O-STROM» will die Gemeinde nicht mehr Wasser entnehmen, sondern es effizienter nutzen.

Mehrere Pilotstandorte wurden mit Sensoren ausgestattet. Diese liefern die notwendigen Daten, um in Echtzeit ein digitales Bild des Netzes zu erhalten. Langfristig soll die Wasserverteilung zwischen den Entnahmestellen automatisiert werden. Dies wird die Fahrten reduzieren und es ermöglichen, bei Problemen schneller zu reagieren.

Die Nutzerinnen und Nutzer des Netzes wurden von Anfang weg durch Interviews, Gruppenworkshops und Fragebögen einbezogen. Das Ergebnis ist eine einfache, nützliche und mit den traditionellen Praktiken vereinbare Lösung, die die Jury überzeugt hat.

«Wir können die Menge an Wasser, die uns zur Verfügung steht, nicht beeinflussen. Aber wir können beeinflussen, wie wir damit umgehen», erklärte Gemeinderat Renato Karlen. Für ihn ist der Preis «eine wertvolle Anerkennung und eine Bestärkung, diesen Weg weiterzugehen».

In Zermatt: Trinkwasser aus einem Tunnel

In einem Stollen im Gebiet Seikre sprudelt an mehreren Stellen Quellwasser aus dem Fels. Bislang wird es nicht als Trinkwasser genutzt. Das Projekt «AquaCapture» sieht vor, es mithilfe eines standardisierten Auffangsystems aus Edelstahl zu gewinnen, das an den n Austrittsstellen angebracht wird. Die Konstruktion bleibt gleich, lediglich die Abmessungen variieren je nach Wasserquelle.

Das aufgefangene Wasser würde über die bestehenden Leitungen zum nächstgelegenen Reservoir geleitet, was die Versorgungssicherheit der Gemeinde verbessern würde. Die Jury hob vor allem hervor, dass das System unter vergleichbaren Bedingungen auch in anderen Stollen installiert werden könnte.

«Wir sind überzeugt, dass diese Lösung vielen Alpengemeinden, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, neue Perspektiven eröffnen kann», erklärte Stephan Amrein, Wasserbeauftragter der Gemeinde Zermatt.

Über den Preis

Der 2021 von Alpiq in Zusammenarbeit mit dem ACC ins Leben gerufene #prixalpiq zeichnet Projekte zur nachhaltigen Wasserbewirtschaftung aus, die von Walliser Gemeinden durchgeführt oder gefördert werden. Er ist mit insgesamt CHF 50’000 dotiert.

Die Turbinierung des gereinigten Abwassers stellt eine weitere Verwertungsmöglichkeit dar, die im Wallis bereits in einigen Fällen genutzt wird, insbesondere im Oberwallis, wo die Höhenunterschiede dies ermöglichen.

Quelle: Medienmitteilung von Alpiq

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